Sandfilteranlage oder Kartuschenfilter?

Nach einiger Zeit mit einem Pool stellt sich die Frage:

 

Sandfilteranlage oder Kartuschenfilter?

In meinem Fall lief die im Komplettset beinhaltete (in meinen Augen viel zu gering dimensionierte) Kartuschenfilteranlage im Hochsommer 24h am Tag. Das Wasser behielt trotzdem eine leichte Trübung. In einem Poolforum bekam ich dann den Tipp mir eine „gute“ Sandfilteranlage zu kaufen. Das habe ich beherzigt und das Wasser wurde nach wenigen Stunden klarer als es der mitgelieferte Kartuschenfilter je schaffte. Daher bin ich der Überzeugung, dass der Kartuschenfilter schnellst-möglich gegen eine Sandfilteranlage ausgetauscht werden sollte. Somit ist das Poolwasser mit relativ wenig Aufwand sauber (klar) zu halten. Zudem sollte man die Finger von den Billig-Anlagen lassen, denn häufig stimmt das Verhältnis des Kesselkörpers zur Sandmenge nicht und der Sandfilter kann seine Leistung nicht voll entfalten oder ist zu „stark“ und pumpt den Dreck durch das Sandfilterbett hindurch zurück in den Pool.

Welcher Sandfilter ist für mich der Richtige?

Zuerst sollte das Wasservolumen des Pools berechnet werden. Das Volumen eines Zylinders (mein Rundpool ist in der Geometrie ein Zylinder) wird mit pi mal r² mal h berechnet.

  • Die Kreiszahl Pi ist eine feste Grösse = 3,14159
  • r ist der Radius des Pools. Der Durchmesser meines Pools beträgt 4,88m und somit ist der Radius die Hälfte = 2,44m
  • r² = (2,44m)²
  • Die Höhe des Pools ist nicht zwingend die selbe wie die Wasserfüllhöhe. Bei meinem Pool beträgt die Höhe Offiziell 1,22m. Tatsächlich kann ich das Wasser etwa 1,10m hoch einlaufen lassen. Somit ist bei mir h = 1,10m

Setze ich dies in die Formel ein, erhalte ich „mein“ Wasservolumen:
pi * r² * h = 3,14159 * (2,44m)² * 1,10m = 20,57m³

Als grobe Faustformel gilt, die Sandfilteranlage oder Kartuschenfilter sollte das Wasservolumen pro Tag mind. 2x umwälzen können (20m³ Wasser * 2 = 40m³). Ab etwa 25°C Wassertemperatur habe ich die Erfahrung gemacht, dass es besser ist das Wasser 3x pro Tag umzuwälzen (wären bei mir 60m³). Ich habe am eigenen Leib Pool die Erfahrung machen müssen, dass trotz allem das Wasser ganz schnell kippen und grün werden kann. Wenn dies der Fall ist, benötigt die Sandfilteranlage oder Kartuschenfilter einige Stunden „Reservelaufzeit“ um die Verunreinigungen (Algen, Bakterien, Laub, Pollen, etc.) aus dem Wasser heraus zu filtern. Daher empfehle ich, die Leistung der Pumpe der Sandfilteranlage oder Kartuschenfilter sollte so dimensioniert sein, dass eine 3fache Wasserumwälzung in 12h zu schaffen ist.

Somit muss meine Pumpe in 12h 60m³ Wasser filtern können. Als Bezugswert wird die Leistung der Pumpe bei 8m Wassersäule (oder 0,8bar Gegendruck) angegeben. Nun kann ich rechnen 60m³:12h und das Ergebnis lautet, meine Pumpe muss 5m³ Wasser pro Stunde pumpen können – bei einer Wassersäule (WS) von 8m.

Die restlichen Parameter wie Kesseldurchmesser und Sandinhalt des Kessels zur Filterung sind „hoch physikalische, mathematische“ Berechnungen auf die ich an dieser Stelle (noch) nicht eingehen möchte. Wichtig ist nur zu wissen, dass für eine Pumpe mit einer Leistung von 5m³/h bei 8m WS der Kessel einen Durchmesser von 350 bis 400mm haben sollte und ein Fassungsvermögen von ca. 40kg.

Ich habe eine Sandfilteranlage mit einer Leistung von 5m³/h bei 8m WS, 380mm Kessel und 40kg Sand gefunden – also annähernd perfekt.

Sandfilteranlage oder Kartuschenfilter

 

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